Villa rustica in der Hasenheide: Stadtstiftung fördert Finanzierung eines Modells


Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat der Stadtstiftung Fürstenfeldbruck haben beschlossen, einen Modell-Nachbau einer villa rustica mit 1.500 € finanziell zu unterstützen. Die Übergabe des Spendenschecks an den Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte des Historischen Vereins fand am 01. August 2011 im Rathaus statt.
Überreste des römischen Gutshofs haben Archäologen vergangenen Sommer in der Hasenheide gefunden (Wir berichteten in der August-Ausgabe 2010). Das Besondere an diesem Befund ist, dass es sich um einen vergleichsweise großen Umgangsbau aus Holz handelt. Die Anlage stammt aus der Frühphase der römischen Besiedelung des Alpenvorlandes. Experten datieren sie auf das 1. Jahrhundert nach Christus.
Somit gehört sie zu den frühesten Bauten der Römer im Gebiet des Landkreises Fürstenfeldbruck. Hintergrund für die Holzbauweise ist, dass die Römer in dieser frühen Zeit noch keine Steinbrüche erschlossen hatten. Ferner war die Logistik noch nicht hinreichend entwickelt und es gab noch keine Ziegelwerke. Deshalb wurden selbst große Gebäude in Holzbauweise errichtet. Für die damalige Zeit eine bauliche Meisterleistung, was Größe, Statik und Beständigkeit des Gebäudes angeht.
Die Bedeutung für die lokale Siedlungsgeschichte ist groß
Die Befunde deuten auf ein 20 mal 30 Meter großes Hauptgebäude. Viele Indizien sprechen zudem für eine durchgängige Veranda, die das Hauptgebäude mit einer Breite von drei Metern umgeben haben könnte. Experten gehen davon aus, dass zu der Anlage zusätzlich ein Nebengebäude, diverse Getreide- und Wirtschaftsräume, Brunnen, ein Badegebäude sowie eine Umgrenzung, die die Hofeinheit vom landwirtschaftlich genutzten Umland abtrennte, gehörten.
Da es sich bei dieser Anlage um eine eher seltene Bauform handelt, wird sie als Modell in der Römerabteilung des Stadtmuseums Fürstenfeldbruck präsentiert. Die Präsentation verdeutlicht auch die besondere Rolle für die Siedlungsgeschichte unseres heutigen Stadtgebiets und des Gebiets des heutigen Landkreises Fürstenfeldbruck.
Die Anfertigung des Modells wurde vom Historischen Verein für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck e.V. organisiert. Die gesamten Kosten für die Anfertigung, Präsentation und eine eventuelle Dokumentation werden auf 8.000 € geschätzt. Die Anfertigung des Modells hat unter anderem auch die Sparkassenstiftung Fürstenfeldbruck unterstützt.
Stadtstiftung FFB fördert Finanzierung für ein Modell Villa rustica
Dank Unterstützung der Stadtstiftung Fürstenfeldbruck konnte ein aufwändiges Modell der 2010 in der Hasenheide entdeckten villa rustica angefertigt werden. Im Bild v.l. OB Sepp Kellerer (Stiftungsratvorsitzender) (li.) und Reiner Heinrich (Mitglied des Stiftungsvorstands) (3.v.li.) bei der Scheckübergabe an Peter Wollein, Rolf Marquardt, Volker Goldbeck und Otto Meiner (alle Historischer Verein) (Foto: Illing)